Ein Mann mit Mundschutz gibt Desinfektionmittel in die Hände eines anderen Mannes © CBM

"Wie wird es die Ärmsten der Armen treffen?"

Ärzte und Pflegepersonal in Kamerun und Ruanda beschäftigt vor allem eines: Wie können wir den Klinikalltag während der Corona-Pandemie bewältigen? Wie schützen wir Patientinnen und Patienten – und uns selbst? Und was bedeutet die Krise für die besonders armen Menschen?

Ohne mobile Einsätze werden arme Menschen nicht erreicht

Afrikanischer Arzt im weißen Kittel mit Mundschutz und Schutzbrille © CBM
Augenarzt Dr. Martin Olivier von der MICEI-Augenklinik in Kamerun trägt Mundschutz, wenn er Patienten behandelt.

In der MICEI-Augenklinik in Yaoundé in Kamerun ist alles anders als noch vor wenigen Wochen. Das Virus hat in dem zentralafrikanischen Land vieles gestoppt: Auch mobile augenmedizinische Einsätze, bei denen vor allem arme Patienten auf dem Land erreicht werden, finden nicht mehr statt. In der Klinik selbst arbeiten meist nur 30 Prozent der Klinkangestellten.

Klinikchef Augenarzt Dr. Henry Nkumbe: "Wir halten uns an die 13-Punkte-Strategie, die der Premierminister erlassen hat, um Covid-19 in Kamerun zu bekämpfen." Dazu gehört, dass nur noch Notfall-Patienten behandelt werden  und einige wenige ambulante Patienten, die kommen, um Medikamente oder Brillen abzuholen. "Das bedeutet, dass wir viel weniger Einkommen haben!" Aber nur so können die Abstandsregeln eingehalten werden.

Doch der Klinikchef macht sich vor allem Sorgen um die armen Patienten, die jetzt nicht mehr durch Außeneinsätze erreicht werden: "Die Auswirkungen sind verheerend auf die Gesellschaft. Vor allem für die Kameruner, die von der Hand in den Mund leben." Diese Frage treibt Dr. Nkumbe besonders um: "Wie wird es die Ärmsten der Armen treffen?" Und: "Was passierte mit unserem schwachen Gesundheitssystem, wenn wir die Pandemie nicht in einem frühen Stadium stoppen könnten?"

Drastisch erhöhte Kosten, kaum Einnahmen

Ein junger Mann in blauem Overall wäscht sich die Hände. © CBM/Kabgayi
Damit die Patienten die Hygieneregeln befolgen können, mussten in kürzester Zeit Handwaschplätze eingerichet werden.

Auch in die Kabgayi-Augenklinik, in Ruanda im Osten Zentralafrikas, kommen viel wengier Patientinnen und Patienten. Statt wie bisher hunderte sind es nur noch etwa 40 am Tag. Denn das Corona-Virus hat den öffentlichen Verkehr lahmgelegt: "Public Transport" wurde verboten. Die Ruander sollen zuhause bleiben! Nur noch Patienten mit einer Überweisung, die zudem eine private Transportmöglichkeit finden, können überhaupt in die Klinik gelangen.

Augenarzt Dr. Theophile Tuyisabe und seine Mitarbeiter müssen in einer extrem schwierigen Situation arbeiten: "Zuallerst müssen wir dafür sorgen, dass die staatlichen Verordnungen eingehalten werden – wie Abstand halten, Schutzmasken tragen, Händehygiene. Zweitens checken wir in der Augenklinik die Temperatur von allen, die in die Klinik kommen. Wer Anzeichen einer Grippe hat, wird isoliert, unnötige Gänge werden vermieden."

Wir hoffen, dass wir diese Krise überstehen und die CBM-Unterstützer nicht aufhören, unserer Augenklinik zu helfen!

Dr. Tuyisabe Theophile, Augenarzt

Neben all diesen verschärften Arbeitsbedingungen steht die Klinik vor der Herausforderung, trotz schwindender Patientenzahlen und Einnahmen, Schutzkleidung zu beschaffen. Dr. Theophile: "Das ist ungeplant. Und sie ist nicht leicht zu bekommen auf dem Markt. Dabei brauchen wir wahrscheinlich viel davon, weil die Fallzahl steigt!" Es mangelt am Nötigsten: "Wir wünschten, wir hätten Spaltlampen [Augenmikroskope] mit einer Abschirmvorrichtung!"

Dr. Tuyisabe vertraut auf die Hilfe treuer CBM-Spenderinnen und -Spender. Damit Augenpatientinnen und -patienten, deren Augenlicht in Gefahr ist, weiterhin behandelt werden können!

Corona: Verhindern Sie das Schlimmste – bitte helfen Sie jetzt!

In der Corona-Krise brauchen Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsländern besonders unsere Hilfe. Denn gerade sie können häufig aus eigener Kraft keine Vorräte anlegen oder Gesundheitsstationen erreichen. Bitte helfen Sie mit, das Überleben betroffener Menschen zu sichern.

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