Ohne mobile Einsätze werden arme Menschen nicht erreicht

In der MICEI-Augenklinik in Yaoundé in Kamerun ist alles anders als noch vor wenigen Wochen. Das Virus hat in dem zentralafrikanischen Land vieles gestoppt: Auch mobile augenmedizinische Einsätze, bei denen vor allem arme Patienten auf dem Land erreicht werden, finden nicht mehr statt. In der Klinik selbst arbeiten meist nur 30 Prozent der Klinkangestellten.
Klinikchef Augenarzt Dr. Henry Nkumbe: "Wir halten uns an die 13-Punkte-Strategie, die der Premierminister erlassen hat, um Covid-19 in Kamerun zu bekämpfen." Dazu gehört, dass nur noch Notfall-Patienten behandelt werden und einige wenige ambulante Patienten, die kommen, um Medikamente oder Brillen abzuholen. "Das bedeutet, dass wir viel weniger Einkommen haben!" Aber nur so können die Abstandsregeln eingehalten werden.
Doch der Klinikchef macht sich vor allem Sorgen um die armen Patienten, die jetzt nicht mehr durch Außeneinsätze erreicht werden: "Die Auswirkungen sind verheerend auf die Gesellschaft. Vor allem für die Kameruner, die von der Hand in den Mund leben." Diese Frage treibt Dr. Nkumbe besonders um: "Wie wird es die Ärmsten der Armen treffen?" Und: "Was passierte mit unserem schwachen Gesundheitssystem, wenn wir die Pandemie nicht in einem frühen Stadium stoppen könnten?"